Vodafone kann etwas gut

Posted by on Juli 6, 2011 at 5:32 pm.

Mein Name ist kompliziert – ohne Frage. Ein “e” am Ende, ein “tz” in der Mitte, das kann ja niemand im ersten Versuch richtig schreiben. Nun gut, der Personalausweis hätte ausreichend Hilfe sein sollen, aber das erfordert zusätzlich noch Lesefähigkeit. Es soll aber auch wirklich niemand wegen eines simplen Tippfehlers in den Dreck gezogen werden, die passieren mir schließlich auch.

Die Chronologie eines Vertragsabschlusses

  • 18.06.2011: Vertragsabschluss im Vodafone-Shop
    Auf dem ausgedruckten Vertrag entdecke ich den Tippfehler in meinem Namen, weise den Mitarbeiter darauf hin. Nach ein paar Tastendrücken ist auf dem neuen Ausdruck der Tippfehler an den meisten Stellen verschwunden – an einigen Stellen jedoch nicht. Auf den erneuten Hinweis entgegnet der Mitarbeiter, dass der richtige Name jetzt im System übernommen sei und der Fehler auf dem Ausdruck keine Rolle spiele. Also unterschreibe ich den Vertrag. Geplant ist, dass meine Rufnummer portiert wird, der alte Vertrag läiuft noch bis zum 26.06.2011, der Mitarbeiter bestätigt, dass dies nahtlos kein Problem wäre.
  • 22.06.2011: 1. E-Mail vom Filialleiter des Vodafone-Shops
    Am Morgen des folgenden Mittwochs erreicht mich eine E-Mail, in der beschrieben wird, dass E-Plus die Portierung verweigert. Ich werde gebeten, die Kündigungsbestätigung und eine Personalausweiskopie an Vodafone zu senden.
  • 22.06.2011: Telefonat mit dem E-Plus-Kundenservice
    Der Mitarbeiter des E-Plus-Kundenservice informiert mich, dass die Portierung abgelehnt wurde, weil in der Anfrage von Vodafone der Name falsch geschrieben wurde. Der genannte Tippfehler deckt sich mit dem, der bei Abschluss des Vertrags gemacht wurde.
  • 22.06.2011: Antwort an den Filialleiter des Vodafone-Shops
    Ich unterrichte den Filialleiter, dass eine Anfrage an E-Plus mit dem korrekt geschriebenen Namen sicherlich von Erfolg gekrönt sein würde.
  • 22.06.2011: 2. E-Mail vom Filialleiter des Vodafone-Shops
    Der Filialleiter schreibt, sein Kollege habe die Daten korrigiert, an dem Tippfehler könne es nicht liegen. Ich solle die angeforderten Unterlagen zuschicken, um die Portierung voranzubringen.
  • Respekt an E-Plus: Ohne, dass Vodafone eine falsche Anfrage gestellt hat, weiß man dort, welche Tippfehler bei Vertragsabschlüssen von Vodafone gemacht werden.
  • 22.06.2011: E-Mail mit angeforderten Unterlagen an den Filialleiter
  • Pause
  • 25.06.2011: Gespräch mit Mitarbeiter im Vodafone-Shop:
    Der Mitarbeiter im Shop kann zunächst keine Auskunft geben, was genau der Status “in Bearbeitung” bedeutet. Ein Anruf bei der Vodafone-internen Hotline ergibt, dass dort die Kündigungsbestätigung noch nicht vorliegt. Angeblich (wie ich zwei Tage später erfahre) wurde diese jedoch am 24.06.2011 weitergeleitet. Also schicke ich die Unterlagen direkt an die interne Hotline. Der Mitarbeiter rät mir, dem Shop am folgenden Montag die Türen einzurennen.
  • 26.06.2011: Letzter Tag des E-Plus-Vertrags
    Nach über einer Stunde Wartezeit (in vier Versuchen, weil die Verbindung nach spätestens 18 Minuten getrennt wird), spreche ich einen Mitarbeiter der Vodafone-Hotline. Resultat: Ich soll am Montag noch einmal anrufen.
  • 27.06.2011: Erster Tag ohne Mobilfunk
    Im Shop kann man nicht helfen. Die Portierung sei “in Bearbeitung”. Die Zeit bis zum Erfolg kann nicht abgeschätzt werden. Es kommen keine Angebote vom Shop, hinsichtlich einer vorübergehenden SIM-Karte. Der Filialleiter sagt kein Wort während meines Gesprächs mit seinem Kollegen.  Er schüttelt den Kopf, als ich erwähne, dass die falsche Anfrage von Vodafone die Ursache für die Verzögerung ist. In Wirklichkeit traue ich E-Plus die hellseherische Fähigkeit nicht zu.
  • 28.06.2011: Zweiter Tag ohne Mobilfunk
    Die Vodafone-Hotline hat noch immer keine weiteren Informationen. Man rät mir, mich an E-Plus zu wenden, weil auf die Antwort von E-Plus gewartet wird. Bei der E-Plus-Hotline bestätigt man mir den Eingang des Portierungsauftrags am 27.06.2011. Status: “in Bearbeitung”.
  • 29.06.2011: Eingang der SIM-Karte
    Zwar erhalte ich die SIM-Karte, die ich laut Mitarbeiter des Vodafone-Shops erst nach erfolgreicher Portierung erhalte, doch das Portierungsdatum, welches im beiliegenden “Welcome-Letter” genannt wird, ist der 5. Juli. Vom Verschicken des Portierungsauftrags bis zur Portierung vergehen also fünf Werktage (ohne Samstage). Bei Vertragsabschluss hatte man die Portierung in vier Werktagen zugesagt. Selbst ohne den Fehler wäre das also schon unrealistisch gewesen. Mit Fehler sind aus vier Tagen ganze elf geworden.
  • 05.07.2011: Freischaltung der SIM-Karte
    Was am Vortag tatsächlich noch nicht möglich war, gelingt am Tag der Portierung problemlos. Die Nutzung des Vodafone-Netzes ist möglich. Was folgt sind acht SMS zum Vertrag in den nächsten 30 Stunden. Aber gut, wenigstens funktioniert alles.

Wie kulant Vodafone sein wird, wird sich noch zeigen. Nach 9 Tagen ohne Mobilfunknetz merkt man jedoch erheblich, wie angewiesen man darauf ist.