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	<title>Jediblog &#187; Netzwerk</title>
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	<description>Die Welt aus der Sicht eines Nerds</description>
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		<title>Hilfreiche Fehlermeldungen und Mailman vs. Mailserver</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Aug 2010 14:29:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jedi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[DNS]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Mailman]]></category>
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		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Windows]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses ist mal wieder so eine Woche. Man hätte Montag gründlich auflisten können, was alles schief gehen kann und Sonntag würde man sehen, dass die Liste doch nur ein Ausschnitt aus der Realität ist. Wenigstens bleibt so etwas aber nicht ohne Lerneffekt: Deaktiviere keine Dienste von Windows, ohne genau zu wissen, wofür sie zuständig sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieses ist mal wieder so eine Woche. Man hätte Montag gründlich auflisten können, was alles schief gehen kann und Sonntag würde man sehen, dass die Liste doch nur ein Ausschnitt aus der Realität ist.</p>
<p>Wenigstens bleibt so etwas aber nicht ohne Lerneffekt:<span id="more-94"></span></p>
<ul>
<li>Deaktiviere keine Dienste von Windows, ohne <strong>genau</strong> zu wissen, wofür sie zuständig sind und welche Dienste von Ihnen abhängig sind, wofür diese wiederum zuständig sind, welche Dienste von diesen wiederum abhängen&#8230;<br />
<strong>Denn</strong>: Es kann passieren, dass die Performance des Rechners sich durch diese Maßnahme verbessert und dass die Soundausgabe nebenbei nicht mehr funktioniert. Der Windows-Audio-Dienst hängt nämlich von der Windows-Audio-Endpunkterstellung ab und diese hängt wiederum von einem anderen Dienst ab, der aber nicht näher benannt wird. Schlecht ist jedenfalls, wenn der RPC-Server nicht gestartet werden kann. Einen Dienst, der so heißt, gibt es selbstverständlich nicht, doch mehr erfährt man aus der Fehlermeldung auch nicht.</li>
<li>Wenn man doch Dienste von Windows deaktiviert, ohne genau zu wissen, wofür sie zuständig sind [... wir hatten das schon], dann sollte man <strong>vorher</strong> die Liste der Dienste exportieren. Zumindest Windows 7 bietet eine entsprechende Funktion an. So kann man später im Zweifel alle Dienste, die vorher aktiviert waren, wieder aktivieren.</li>
<li>Wenn man nicht vorher die Liste der Dienste exportiert hat, war das ein Fehler. Aber wozu hat man Mitbewohner mit dem gleichen Betriebssystem auf ihrem Rechner.</li>
</ul>
<ul>
<li>Eine .exe-Datei, die gar nicht allzu kompliziert ist, die ohne Installation auskommt und eigentlich nur eine Netzwerkverbindung aufbaut, kann auf einem Rechner mit Windows XP SP 3 funktionieren, auf einem anderen nicht. Natürlich erscheint auch hier die passende Fehlermeldung:</li>
<blockquote><p>Diese Anwendung konnte nicht gestartet werden, weil die Anwendungskonfiguration nicht korrekt ist. Zur Problembehebung sollten Sie die Anwendung neu installieren.</p></blockquote>
<li>Noch einmal: Das Programm kommt ohne Installation aus, es besteht nicht einmal die Möglichkeit einer Installation. Die Konfiguration wird nach dem Programmstart zum ersten Mal vorgenommen.</li>
</ul>
<ul>
<li>Wenn Mailinglisten über Mailman E-Mails mit dem Absender bla@sub.einedomain.tld verschicken, so sollte <em>bla</em> auch einen A-Record im Zonefile des zuständigen DNS-Servers besitzen. Sonst könnten verschiedene Mailserver auf böse Ideen kommen.</li>
</ul>
<p><strong>Mailman vs. Mailserver</strong></p>
<p>Gegeben:<br />
eine Domain www.einedomain.tld, eine Subdomain sub.einedomain.tld, eine Mailingliste liste@sub.einedomain.tld, konfiguriert mit Mailman, sowie eine Weiterleitung liste@einedomain.tld -&gt; liste@sub.einedomain.tld.</p>
<p>Gewünschtes Verhalten:<br />
Benutzer x mit E-Mail-Adresse x@eineanderedomain.tld schickt eine E-Mail an liste@einedomain.tld oder liste@sub.einedomain.tld. In beiden Fällen soll diese E-Mail an alle Abonnenten der Liste ausgeliefert werden. Als Absender (also im FROM-Header) soll x@eineanderedomain.tld erscheinen, die Antwortadresse (REPLY-TO-Header) soll die Adresse der Liste, also liste@sub.einedomain.tld sein.</p>
<p>Tatsächliches Verhalten:<br />
Benutzer x, der eine Kopie seiner Nachrichten wünscht, empfängt die E-Mail und als Antwortadresse ist liste@sub.einedomain.tld eingetragen. So weit, so gut.<br />
Benutzer y, ein anderer Abonnent der Liste, empfängt die E-Mail, die an seine Adresse y@einedrittedomain.tld geschickt wurde und sieht als Antwortadresse liste@www.einedomain.tld.</p>
<p>Was hat Benutzer y falsch gemacht? Nichts.</p>
<p>Was hat Benutzer x falsch gemacht? Auch nichts.</p>
<p>Was hat wurde bei der Einrichtung von Mailman falsch gemacht? Wieder nichts.</p>
<p>Wer ist dann Schuld?</p>
<p>Zum einen ist der DNS-Server, der für die Domain einedomain.tld (und alle ihre Subdomains) zuständig ist, so konfiguriert, dass für die Subdomain sub lediglich ein CNAME-Eintrag vorhanden war, der auf www gezeigt hat. Ein Fehler, denn:</p>
<blockquote><p>Canonicalization: RFC-821 Section 3.1</p>
<p>The domain names that a Sender-SMTP sends in MAIL and RCPT commands MUST have been &#8220;canonicalized,&#8221; i.e., they must be fully-qualified principal names or domain literals, not nicknames or domain abbreviations. A canonicalized name either identifies a host directly or is an MX name; it cannot be a CNAME.</p></blockquote>
<p>Zum anderen ist der Mailserver, der für einedrittedomain.tld zuständig ist, so konfiguriert, dass die Domains ankommender E-Mails nachgeschlagen werden und durch die Domain ersetzt werden, auf die sie verweisen (wenn sie nur einen CNAME-Eintrag haben). Der Mailserver verändert also den FROM-Header und den REPLY-TO-Header. Ob das sein muss, ist fraglich, da zumindest Mailserver existieren, die das nicht tun und diese nicht unbedingt als unbedeutend einzustufen sind (z.B. der Mailserver von Google).</p>
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		<title>Ein Tag ohne Internet</title>
		<link>http://www.jediblog.de/ein-tag-ohne-internet</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 22:01:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jedi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Server]]></category>

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		<description><![CDATA[Überlegen Sie: Schaffen Sie es, einen ganzen Tag, 24 Stunden lang, ohne das Internet auszukommen? Ohne das globale Netzwerk, das so einfache Dienste wie das WWW oder E-Mail anbietet? Na gut, eine einzelne Person wird das in den meisten Fällen noch schaffen, doch was, wenn das Internet nicht nur für Sie, sondern für die ganze [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Überlegen Sie: Schaffen Sie es, einen ganzen Tag, 24 Stunden lang, ohne das Internet auszukommen? Ohne das globale Netzwerk, das so einfache Dienste wie das WWW oder E-Mail anbietet? Na gut, eine einzelne Person wird das in den meisten Fällen noch schaffen, doch was, wenn das Internet nicht nur für Sie, sondern für die ganze Welt ausfällt?</p>
<p><span id="more-90"></span>Dieses Horror-Szenario stellte uns gestern die Tagesschau <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/internetabschaltung100.html">in Aussicht</a>. Die ICANN wolle ihre Root-Server abschalten, um vom IPv4-Protokoll auf das modernere IPv6-Protokoll umzuschalten. Der Grund: IPv4-Adressen neigen sich dem Ende zu, IPv6-Adressen gäbe es mehr als genug. Der &#8220;langsame Wechsel&#8221; habe nicht funktioniert, also müsse man zu dieser radikalen Lösung greifen.</p>
<p>Das Ergebnis: weltweites Chaos. Welche Bank arbeitet mit Systemen, die IPv6 komplett unterstützen? Welcher Flughafen wäre auf diese Veränderung eingestellt? Das sind nur zwei Beispiele &#8211; von vielen.</p>
<p>Zur Beruhigung: Gestern war der 1. April. Der Artikel war ein &#8211; wenn auch gut erarbeiteter &#8211; Scherz. Dazu kam es natürlich zu einigen Kommentaren der Leser, wovon die Tagesschau wenige exemplarisch zitiert. Einer davon soll auch hier zitiert werden:</p>
<blockquote><p>S.M. aus Jena schrieb uns: &#8220;Geiles Ding, hab´s echt geglaubt und das,  obwohl ich im Nebenfach Informatik studiere. Hab mich zwar gewundert,  weil das Internet doch eigentlich dezentral angelegt ist, aber der  Artikel war fast schon zu gut recherchiert für einen Aprilscherz.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gut, Informatik im Nebenfach ist löblich. Das bedeutet allerdings im Zweifel nur, dass die ersten beiden Vorlesungen des Informatikstudiums belegt werden müssen. Da wird das Internet nicht allzu umfangreich behandelt. Sonst wüsste man wohl, dass dieses zwar dezentral angelegt ist, insbesondere die DNS-Rootserver, um deren Abschaltung es im Artikel ging, dass diese Root-Server zwar von verschiedenen Institutionen betrieben, jedoch von der ICANN koordiniert werden. Wenn die ICANN jetzt also die Möglichkeit (und den Willen) hätte, die 13 Root-Server abzuschalten, die es gibt, so hätten wir ein Problem. Oder?</p>
<p>Welcher Idiot hat sich das denn einfallen lassen? Es müssen lediglich 13 Rechner ausgeschaltet werden, damit das Internet nicht mehr funktioniert?</p>
<p>Nicht ganz. Zunächst handelt es sich zwar um 13 Server, diese bestehen aber insgesamt aus 123 Rechnern, die zu logischen Servern zusammengeschlossen sind. Diese 123 Rechner sind weltweit verteilt und vermutlich nicht jedem Touristen frei zugänglich.</p>
<p>Fällt einer dieser Rechner aus, ist das Internet noch lange nicht lahm gelegt. Natürlich gab es auch schon Angriffe auf dieses System. Der erfolgreichste verhinderte zu 9 der 13 Server einen Verbindungsaufbau &#8211; zumindest einen Verbindungsaufbau in normaler Geschwindigkeit. Trotzdem funktionierte das Internet weiter, doch warum?</p>
<p>Zum einen wird bei Root-Servern mit Redundanz gearbeitet. Jeder der 13 Server hält alle Informationen bereit, die auf den übrigen 12 Servern verfügbar sind. Doch einer alleine käme mit der Menge der Anfragen nicht zurecht. Allerdings ist das System so aufgebaut, dass zwei Drittel der Server ausfallen könnten und die übrigen vier bis fünf Server alle Anfragen beantworten könnten.</p>
<p>Zum anderen wird eine DNS-Anfrage nicht direkt vom Benutzer an einen Root-Server geschickt. Vielmehr schickt ein Benutzer die Anfrage an den DNS-Server seines Providers. Dieser erkundigt sich dann, welcher DNS-Server z.B. für die Top-Level-Domain .de zuständig ist. Diese Information gibt es beim Root-Server. Nur ändert sich die Information nicht im Minutentakt. Also speichert der DNS-Server des Providers das Ergebnis dieser Anfrage in seinem Cache. Bei der nächsten Anfrage des Benutzers wird der Root-Server schon nicht mehr gefragt. So wäre selbst ein Tag ohne Root-Server noch kein völliger Untergang des Internts.</p>
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		<title>LTE &#8211; Schneller als das Licht</title>
		<link>http://www.jediblog.de/lte-schneller-als-das-licht</link>
		<comments>http://www.jediblog.de/lte-schneller-als-das-licht#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 27 Mar 2010 10:58:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jedi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[BILD]]></category>
		<category><![CDATA[LTE]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilfunk]]></category>
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		<category><![CDATA[Technik]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Liebe Freunde, es ist mal wieder so weit, ich hab &#8216;n&#8217; dicken Hals!&#8221;, könnte ich Professor Harald Lesch von der Ludwig-Maximilians-Universität München zitieren &#8211; oder direkt Dieter Nuhr: &#8220;Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.&#8221; Doch was ist passiert? Wieder einmal wurde von der Redaktion der BILD ein Bericht zu einem Thema veröffentlicht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Liebe Freunde, es ist mal wieder so weit, ich hab &#8216;n&#8217; dicken Hals!&#8221;, könnte ich Professor Harald Lesch von der Ludwig-Maximilians-Universität München zitieren &#8211; oder direkt Dieter Nuhr: &#8220;Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.&#8221;</p>
<p>Doch was ist passiert?<br />
<span id="more-69"></span></p>
<p>Wieder einmal wurde von der Redaktion der BILD ein <a href="http://www.bild.de/BILD/digital/cebit/2010/umts-nachfolger-lte-/mobilfunkstandard-mobile-netze-datenfunk.html">Bericht</a> zu einem Thema veröffentlicht, von dem der Autor offensichtlich nicht allzu viel versteht. Es geht um LTE (Long Term Evolution), also die Technik, die das jetzige UMTS ablösen soll.</p>
<p>LTE soll laut BILD schon 2010 in Deutschland starten. Das mag sein. Wann der &#8220;normale&#8221; Mobilfunkbenutzer in den Genuss kommen wird, steht aber vermutlich noch in den Sternen.</p>
<p>Es geht hier aber gar nicht um die prognostizierte Verfügbarkeit, viel wichtiger sind die Fortschritte, die wir mit LTE erleben werden. Wer die Fortschritte beurteilen können will, benötigt zunächst Informationen über den jetzigen Stand der Technik. Also bitte:</p>
<blockquote><p>Die [!] Übertragungsstandard UMTS, auch als 3G bekannt, ist zur Zeit die gängige Datenübertragung für Mobiltelefone. Die schnellste Variante ist HSDPA+. Damit ist das Herunterladen von Daten mit einer Geschwindigkeit von 40 MB pro Sekunde möglich.</p></blockquote>
<p>Nun findet man im Internet lediglich sehr alte Artikel zum Thema HSDPA+. Gemeinsam haben diese, dass von einer maximalen Datenrate von 28,8 Mbit pro Sekunde berichtet wird. Das kann also nicht gemeint sein. Viel eher wird meint der Artikel eine der vielen Varianten von HSDPA, die man z.B. in der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/HSDPA#HSDPA_User_Equipment_.28UE.29_categories">Wikipedia</a> findet. Dort wird allerdings von einer physikalische Grenze gesprochen, die bei 84,4 Mbit pro Sekunde liegt &#8211; also gerade einem Fünftel der in Aussicht gestellten Geschwindigkeit. Dass selbst dies zurzeit von keinem Netzanbieter angeboten wird und selbst wenn, ein Benutzer auf der Anwendungsebene maximal 85 Prozent dieser Datenrate auch nutzen könnten (der Rest wird für Header benutzt) lassen wir dabei außen vor.</p>
<p>Wir sind also heute noch nicht ganz so weit, wie der Bericht uns glauben lässt. Ein weiterer Grund, sich auf LTE zu freuen, denn:</p>
<blockquote><p>[LTE] bietet doppelt so hohe Übertragungsraten sowie modernste Glasfasernetze.</p></blockquote>
<p>An dieser Stelle würde ich gerne aus dem Anhalter durch die Galaxis zitieren (&#8220;Der vorangehende Satz ist logisch, das ist nicht das Problem. [...] Lesen Sie ihn nochmal, und Sie werden ihn verstehen.&#8221;), doch der Satz ist leider nicht logisch. Gemeint war vermutlich eine doppelt so hohe Übertragungsrate <em>wie </em>modernste Glasfasernetze.</p>
<p>Modernste Glasfasernetze ermöglichen Übertragungsgeschwindigkeiten im Gigabit- oder sogar Terabit-Bereich. Meine Vorfreude auf LTE steigt beim Lesen des Artikels in jeder Zeile.</p>
<p>Dann ist leider doch nur die Rede von 170 MB pro Sekunde, was gerade einmal im unteren Gigabit-Bereich anzusiedeln wäre. Für den Upload sollen sogar nur 50 MB pro Sekunde erreicht werden. Na gut, auch damit will ich mich für mein Handy zufrieden geben, wo ich doch weiß, dass die Schreib- und Lesegeschwindigkeit der eingebauten SD-Karte viel niedriger sind und selbst der eventuell sehr schnelle interne Speicher lange nicht an diese Geschwindigkeit heran kommen dürfte.</p>
<p>Es bleibt also nur noch ein einziges Problem: mein <span style="text-decoration: line-through;">angeborenes</span> antrainiertes Misstrauen gegenüber allem, was die Bild veröffentlicht. Ein Blick in andere Quellen und vorbei ist es mit der Vorfreude. Da ist auf einmal von 326,4 Mbit pro Sekunde die Rede, wenn es um den Download geht. Für den Upload sollen sogar maximal 86,4 Mbit pro Sekunde erreicht werden. Das überfordert die meisten SD-Karten zwar immernoch, klingt aber für einen BILD-Bericht vermutlich viel zu realistisch.</p>
<p>Einige Gemeinsamkeiten mit der BILD muss ich mir allerdings eingestehen. Ich habe genauso wenig wie die BILD viele zuverlässige Informationen zum Thema LTE. Auch fehlt mir genauso wie den Redakteuren der BILD eine vernünftige journalistische Ausbildung. Eventuell findet man sogar in diesem Artikel Fehler in der Sprache, wie man es in den meisten BILD-Artikeln erwarten darf. Einen Unterschied möchte ich allerdings betonen:</p>
<p>Ich behaupte nicht das Gegenteil.</p>
<p>Long Term Evolution steckt noch in den Kinderschuhen. Konkrete Zahlen zu nennen, ist absurd. Der Name sagt auch, dass es sich um eine langfristige Entwicklung handelt, nicht um einen Standard, der jetzt eingeführt wird und dann nicht verbessert wird.</p>
<p>Vielleicht noch ein kleiner Hinweis am Rande:</p>
<blockquote><p>NSN rechnet bis 2015 mit einer Zunahme des Datenverkehrs um  10 000 Prozent. Das wären 23 Exabytes pro Jahr!</p></blockquote>
<p>Sehr informativ. Doch wer weiß, ohne lange nachzudenken, dass folgender Satz, die gleiche Aussage trifft:</p>
<blockquote><p>NSN rechnet bis 2015 mit hundert mal so viel Datenverkehr wie heute (eigentlich 101 mal). Das wären  23 Millionen Terabyte pro Jahr.</p></blockquote>
<p>Der Unterschied? Den Faktor 100 kann sich ein Mensch eventuell vorstellen, eine Zunahme um 10000 Prozent eher nicht. Mit Exabyte kann niemand etwas anfangen, selbst Terabyte sind für viele noch unbekannt. Aber man sollte wohl nicht davon ausgehen, dass bei der BILD die Absicht besteht, dass die Leser die Artikel auch verstehen.</p>
<p>Verstünden die Leser alles, so könnten sie schließlich nachrechnen, was es mit der folgenden Aussage auf sich hat:</p>
<blockquote><p>Vergleich: Ein solches Datenaufkommen gäbe es, wenn 6,3 Milliarden Menschen ein Jahr lang täglich ein digitalisiertes Buch herunterladen würden.</p></blockquote>
<p>23 Exabyte = 23.000 Petabyte = 23.000.000 Terabyte = 23.000.000.000 Gigabyte = 23.000.000.000.000 Megabyte</p>
<p>23.000.000.000.000 Megabyte / (6.300.000.000 * 365) = 10 Megabyte</p>
<p>Wir lernen: Ein digitalisiertes Buch ist 10 Megabyte groß. Es muss sich um ein Bilderbuch handeln. Selbst die <a href="http://www.gutenberg.org/etext/10">Bibel</a> ist digitalisiert kleiner als 5 Megabyte. Aber vielleicht dachte der Autor auch an die letzte abfotografierte Version eines noch unveröffentlichten Buches.</p>
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