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	<title>Jediblog &#187; Internet</title>
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	<description>Die Welt aus der Sicht eines Nerds</description>
	<lastBuildDate>Thu, 02 Sep 2010 23:29:43 +0000</lastBuildDate>
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		<title>XX Personen haben die falsche Meinung</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 23:05:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jedi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Youtube]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein neuer Trend scheint sich auf Youtube breit zu machen. Nachdem dort schon lange die Möglichkeit besteht, Videos zu kommentieren und zu bewerten, ist jetzt unter den Kommentaren eine Seuche ausgebrochen:
Wer ein Video mag, der bewertet es nicht einfach nur positiv. Stattdessen vergewissert er sich, dass er der Mehrheit angehört. Einmal mit der Maus über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein neuer Trend scheint sich auf Youtube breit zu machen. Nachdem dort schon lange die Möglichkeit besteht, Videos zu kommentieren und zu bewerten, ist jetzt unter den Kommentaren eine Seuche ausgebrochen:</p>
<p>Wer ein Video mag, der bewertet es nicht einfach nur positiv. Stattdessen vergewissert er sich, dass er der Mehrheit angehört. Einmal mit der Maus über diese kleine Graphik fahren und man erfährt z.B. &#8220;Gefällt 3.061, gefällt 14 nicht.&#8221;</p>
<p>Wie kann man dieser positiven Bewertung also noch mehr Nachdruck verleihen? Man verbietet die negativen Bewertungen. Die 14 haben sich entweder verklickt, oder sie haben keinen Geschmack oder ihre Maus ist kaputt, aber eines ist ganz sicher: sie liegen falsch.</p>
<p>Dabei sind die genannten Unterstellungen noch die harmlose Variante:</p>
<blockquote><p>76 people deserve﻿ a good hard slap in the face ^_^</p></blockquote>
<blockquote><p>there is 886 fucking bastards who dont﻿ know music</p></blockquote>
<blockquote><p>cant believe there are 886 morons that doesnt know how to appreciate this piece</p></blockquote>
<blockquote><p>343﻿ men disliked this video because they cried like babies when they heard this</p></blockquote>
<blockquote><p>the 343 people who push the dislike bottom is deaf</p></blockquote>
<blockquote><p>It&#8217;s more like, those 343 who disliked this are fucking morons who doesn&#8217;t know what good music is.</p></blockquote>
<p>Die Zusammenstellung dauerte nur wenige Minuten. Alle ähnlichen Kommentare hier zu zitieren, würde die Festplattenkapazität meines Servers sprengen. Selbiges würde passieren, wenn man auch nur ansatzweise Fehler korrigieren wollte.</p>
<p>Natürlich lernt man auch wieder etwas: Über Geschmack lässt sich wohl doch nicht streiten.</p>
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		<title>Hilfreiche Fehlermeldungen und Mailman vs. Mailserver</title>
		<link>http://www.jediblog.de/allgemein/hilfreiche-fehlermeldungen-und-mailman-vs-mailserver</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Aug 2010 14:29:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jedi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[DNS]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Mailman]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Server]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Windows]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses ist mal wieder so eine Woche. Man hätte Montag gründlich auflisten können, was alles schief gehen kann und Sonntag würde man sehen, dass die Liste doch nur ein Ausschnitt aus der Realität ist.
Wenigstens bleibt so etwas aber nicht ohne Lerneffekt:

Deaktiviere keine Dienste von Windows, ohne genau zu wissen, wofür sie zuständig sind und welche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieses ist mal wieder so eine Woche. Man hätte Montag gründlich auflisten können, was alles schief gehen kann und Sonntag würde man sehen, dass die Liste doch nur ein Ausschnitt aus der Realität ist.</p>
<p>Wenigstens bleibt so etwas aber nicht ohne Lerneffekt:<span id="more-94"></span></p>
<ul>
<li>Deaktiviere keine Dienste von Windows, ohne <strong>genau</strong> zu wissen, wofür sie zuständig sind und welche Dienste von Ihnen abhängig sind, wofür diese wiederum zuständig sind, welche Dienste von diesen wiederum abhängen&#8230;<br />
<strong>Denn</strong>: Es kann passieren, dass die Performance des Rechners sich durch diese Maßnahme verbessert und dass die Soundausgabe nebenbei nicht mehr funktioniert. Der Windows-Audio-Dienst hängt nämlich von der Windows-Audio-Endpunkterstellung ab und diese hängt wiederum von einem anderen Dienst ab, der aber nicht näher benannt wird. Schlecht ist jedenfalls, wenn der RPC-Server nicht gestartet werden kann. Einen Dienst, der so heißt, gibt es selbstverständlich nicht, doch mehr erfährt man aus der Fehlermeldung auch nicht.</li>
<li>Wenn man doch Dienste von Windows deaktiviert, ohne genau zu wissen, wofür sie zuständig sind [... wir hatten das schon], dann sollte man <strong>vorher</strong> die Liste der Dienste exportieren. Zumindest Windows 7 bietet eine entsprechende Funktion an. So kann man später im Zweifel alle Dienste, die vorher aktiviert waren, wieder aktivieren.</li>
<li>Wenn man nicht vorher die Liste der Dienste exportiert hat, war das ein Fehler. Aber wozu hat man Mitbewohner mit dem gleichen Betriebssystem auf ihrem Rechner.</li>
</ul>
<ul>
<li>Eine .exe-Datei, die gar nicht allzu kompliziert ist, die ohne Installation auskommt und eigentlich nur eine Netzwerkverbindung aufbaut, kann auf einem Rechner mit Windows XP SP 3 funktionieren, auf einem anderen nicht. Natürlich erscheint auch hier die passende Fehlermeldung:</li>
<blockquote><p>Diese Anwendung konnte nicht gestartet werden, weil die Anwendungskonfiguration nicht korrekt ist. Zur Problembehebung sollten Sie die Anwendung neu installieren.</p></blockquote>
<li>Noch einmal: Das Programm kommt ohne Installation aus, es besteht nicht einmal die Möglichkeit einer Installation. Die Konfiguration wird nach dem Programmstart zum ersten Mal vorgenommen.</li>
</ul>
<ul>
<li>Wenn Mailinglisten über Mailman E-Mails mit dem Absender bla@sub.einedomain.tld verschicken, so sollte <em>bla</em> auch einen A-Record im Zonefile des zuständigen DNS-Servers besitzen. Sonst könnten verschiedene Mailserver auf böse Ideen kommen.</li>
</ul>
<p><strong>Mailman vs. Mailserver</strong></p>
<p>Gegeben:<br />
eine Domain www.einedomain.tld, eine Subdomain sub.einedomain.tld, eine Mailingliste liste@sub.einedomain.tld, konfiguriert mit Mailman, sowie eine Weiterleitung liste@einedomain.tld -&gt; liste@sub.einedomain.tld.</p>
<p>Gewünschtes Verhalten:<br />
Benutzer x mit E-Mail-Adresse x@eineanderedomain.tld schickt eine E-Mail an liste@einedomain.tld oder liste@sub.einedomain.tld. In beiden Fällen soll diese E-Mail an alle Abonnenten der Liste ausgeliefert werden. Als Absender (also im FROM-Header) soll x@eineanderedomain.tld erscheinen, die Antwortadresse (REPLY-TO-Header) soll die Adresse der Liste, also liste@sub.einedomain.tld sein.</p>
<p>Tatsächliches Verhalten:<br />
Benutzer x, der eine Kopie seiner Nachrichten wünscht, empfängt die E-Mail und als Antwortadresse ist liste@sub.einedomain.tld eingetragen. So weit, so gut.<br />
Benutzer y, ein anderer Abonnent der Liste, empfängt die E-Mail, die an seine Adresse y@einedrittedomain.tld geschickt wurde und sieht als Antwortadresse liste@www.einedomain.tld.</p>
<p>Was hat Benutzer y falsch gemacht? Nichts.</p>
<p>Was hat Benutzer x falsch gemacht? Auch nichts.</p>
<p>Was hat wurde bei der Einrichtung von Mailman falsch gemacht? Wieder nichts.</p>
<p>Wer ist dann Schuld?</p>
<p>Zum einen ist der DNS-Server, der für die Domain einedomain.tld (und alle ihre Subdomains) zuständig ist, so konfiguriert, dass für die Subdomain sub lediglich ein CNAME-Eintrag vorhanden war, der auf www gezeigt hat. Ein Fehler, denn:</p>
<blockquote><p>Canonicalization: RFC-821 Section 3.1</p>
<p>The domain names that a Sender-SMTP sends in MAIL and RCPT commands MUST have been &#8220;canonicalized,&#8221; i.e., they must be fully-qualified principal names or domain literals, not nicknames or domain abbreviations. A canonicalized name either identifies a host directly or is an MX name; it cannot be a CNAME.</p></blockquote>
<p>Zum anderen ist der Mailserver, der für einedrittedomain.tld zuständig ist, so konfiguriert, dass die Domains ankommender E-Mails nachgeschlagen werden und durch die Domain ersetzt werden, auf die sie verweisen (wenn sie nur einen CNAME-Eintrag haben). Der Mailserver verändert also den FROM-Header und den REPLY-TO-Header. Ob das sein muss, ist fraglich, da zumindest Mailserver existieren, die das nicht tun und diese nicht unbedingt als unbedeutend einzustufen sind (z.B. der Mailserver von Google).</p>
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		<title>Ein Tag ohne Internet</title>
		<link>http://www.jediblog.de/allgemein/ein-tag-ohne-internet</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 22:01:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jedi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Server]]></category>

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		<description><![CDATA[Überlegen Sie: Schaffen Sie es, einen ganzen Tag, 24 Stunden lang, ohne das Internet auszukommen? Ohne das globale Netzwerk, das so einfache Dienste wie das WWW oder E-Mail anbietet? Na gut, eine einzelne Person wird das in den meisten Fällen noch schaffen, doch was, wenn das Internet nicht nur für Sie, sondern für die ganze [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Überlegen Sie: Schaffen Sie es, einen ganzen Tag, 24 Stunden lang, ohne das Internet auszukommen? Ohne das globale Netzwerk, das so einfache Dienste wie das WWW oder E-Mail anbietet? Na gut, eine einzelne Person wird das in den meisten Fällen noch schaffen, doch was, wenn das Internet nicht nur für Sie, sondern für die ganze Welt ausfällt?</p>
<p><span id="more-90"></span>Dieses Horror-Szenario stellte uns gestern die Tagesschau <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/internetabschaltung100.html">in Aussicht</a>. Die ICANN wolle ihre Root-Server abschalten, um vom IPv4-Protokoll auf das modernere IPv6-Protokoll umzuschalten. Der Grund: IPv4-Adressen neigen sich dem Ende zu, IPv6-Adressen gäbe es mehr als genug. Der &#8220;langsame Wechsel&#8221; habe nicht funktioniert, also müsse man zu dieser radikalen Lösung greifen.</p>
<p>Das Ergebnis: weltweites Chaos. Welche Bank arbeitet mit Systemen, die IPv6 komplett unterstützen? Welcher Flughafen wäre auf diese Veränderung eingestellt? Das sind nur zwei Beispiele &#8211; von vielen.</p>
<p>Zur Beruhigung: Gestern war der 1. April. Der Artikel war ein &#8211; wenn auch gut erarbeiteter &#8211; Scherz. Dazu kam es natürlich zu einigen Kommentaren der Leser, wovon die Tagesschau wenige exemplarisch zitiert. Einer davon soll auch hier zitiert werden:</p>
<blockquote><p>S.M. aus Jena schrieb uns: &#8220;Geiles Ding, hab´s echt geglaubt und das,  obwohl ich im Nebenfach Informatik studiere. Hab mich zwar gewundert,  weil das Internet doch eigentlich dezentral angelegt ist, aber der  Artikel war fast schon zu gut recherchiert für einen Aprilscherz.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gut, Informatik im Nebenfach ist löblich. Das bedeutet allerdings im Zweifel nur, dass die ersten beiden Vorlesungen des Informatikstudiums belegt werden müssen. Da wird das Internet nicht allzu umfangreich behandelt. Sonst wüsste man wohl, dass dieses zwar dezentral angelegt ist, insbesondere die DNS-Rootserver, um deren Abschaltung es im Artikel ging, dass diese Root-Server zwar von verschiedenen Institutionen betrieben, jedoch von der ICANN koordiniert werden. Wenn die ICANN jetzt also die Möglichkeit (und den Willen) hätte, die 13 Root-Server abzuschalten, die es gibt, so hätten wir ein Problem. Oder?</p>
<p>Welcher Idiot hat sich das denn einfallen lassen? Es müssen lediglich 13 Rechner ausgeschaltet werden, damit das Internet nicht mehr funktioniert?</p>
<p>Nicht ganz. Zunächst handelt es sich zwar um 13 Server, diese bestehen aber insgesamt aus 123 Rechnern, die zu logischen Servern zusammengeschlossen sind. Diese 123 Rechner sind weltweit verteilt und vermutlich nicht jedem Touristen frei zugänglich.</p>
<p>Fällt einer dieser Rechner aus, ist das Internet noch lange nicht lahm gelegt. Natürlich gab es auch schon Angriffe auf dieses System. Der erfolgreichste verhinderte zu 9 der 13 Server einen Verbindungsaufbau &#8211; zumindest einen Verbindungsaufbau in normaler Geschwindigkeit. Trotzdem funktionierte das Internet weiter, doch warum?</p>
<p>Zum einen wird bei Root-Servern mit Redundanz gearbeitet. Jeder der 13 Server hält alle Informationen bereit, die auf den übrigen 12 Servern verfügbar sind. Doch einer alleine käme mit der Menge der Anfragen nicht zurecht. Allerdings ist das System so aufgebaut, dass zwei Drittel der Server ausfallen könnten und die übrigen vier bis fünf Server alle Anfragen beantworten könnten.</p>
<p>Zum anderen wird eine DNS-Anfrage nicht direkt vom Benutzer an einen Root-Server geschickt. Vielmehr schickt ein Benutzer die Anfrage an den DNS-Server seines Providers. Dieser erkundigt sich dann, welcher DNS-Server z.B. für die Top-Level-Domain .de zuständig ist. Diese Information gibt es beim Root-Server. Nur ändert sich die Information nicht im Minutentakt. Also speichert der DNS-Server des Providers das Ergebnis dieser Anfrage in seinem Cache. Bei der nächsten Anfrage des Benutzers wird der Root-Server schon nicht mehr gefragt. So wäre selbst ein Tag ohne Root-Server noch kein völliger Untergang des Internts.</p>
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		<title>Einigkeit und Recht und &#8230;</title>
		<link>http://www.jediblog.de/allgemein/einigkeit-und-recht-und</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 00:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jedi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Rückblick
Erst war da eine Diskussion, die im August 2008 angestoßen wurde, die ein paar Monate später von Frau von der Leyen (CDU, damals Familienministerin) aufgegriffen wurde.
Im Januar 2009 wurde dann ein Lösungsvorschlag für die diskutierten Probleme vorgestellt. Der beinhaltete zum einen, dass der Gesetzgeber weniger, andere dafür mehr arbeit haben würden und zum anderen die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Rückblick</strong></p>
<p>Erst war da eine Diskussion, die im August 2008 angestoßen wurde, die ein paar Monate später von Frau von der Leyen (CDU, damals Familienministerin) aufgegriffen wurde.</p>
<p>Im Januar 2009 wurde dann ein Lösungsvorschlag für die diskutierten Probleme vorgestellt. Der beinhaltete zum einen, dass der Gesetzgeber weniger, andere dafür mehr arbeit haben würden und zum anderen die obligatorische Begründung, anderswo würde das ähnlich gehandhabt.<span id="more-40"></span></p>
<p>Zunächst wurden im April 2008 freiwillige Partner gesucht (und gefunden: Deutsche Telekom, Vodafone/Arcor, HanseNet/Alice, Telefónica O2 Germany und Kabel Deutschland), in einem weiteren Schritt sollten unfreiwillige Partner per Gesetz zur Kooperation gezwungen werden. Der entsprechende Gesetzentwurf wurde ebenfalls im April vom Bundeskabinett gebilligt.</p>
<p>Inzwischen dürfte klar sein, dass es sich um das Zugangserschwerungsgesetz handelt.</p>
<p>Währenddessen diskutierte man im Internet schon heftig über das geplante Gesetz, richtete eine Online-Petition dagegen ein. Spätestens nachdem diese bereits innerhalb von wenigen Tagen die nötigen 50.000 Unterstützer erreichte, begannen auch die traditionellen Medien, über das Thema etwas ausführlicher zu berichten.</p>
<p>Befragte Experten rieten unisono zur Überarbeitung des Gesetentwurfs, äußerten Bedenken zur Umsetzbarkeit, Wirksamkeit und auch hinsichtlich der Motivation, dieses Gesetz auf den Weg zu bringen.</p>
<p>Politiker sind allerdings, so weiß man inzwischen sicher, resistent &#8211; in erster Linie: beratungsresistent. So wurde das Gesetz am 18. Juni 2009 im Bundestag <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/internet_sperren-636-180.html">beschlossen</a>.</p>
<div id="attachment_41" class="wp-caption alignleft" style="width: 348px"><a href="http://www.jediblog.de/wp-content/uploads/2010/02/abstimmung_zugerschwg.png"></a></p>
<p><a href="http://www.jediblog.de/wp-content/uploads/2010/02/abstimmung_zugerschwg1.png"><img class="size-full wp-image-46 alignleft" title="Abstimmung des Bundestags zum Zugangserschwerungsgesetz" src="http://www.jediblog.de/wp-content/uploads/2010/02/abstimmung_zugerschwg1.png" alt="Abstimmung des Bundestags zum Zugangserschwerungsgesetz" width="338" height="468" /></a></p>
<p><p class="wp-caption-text">Abstimmung des Bundestags zum Zugangserschwerungsgesetz</p></div>
<p>Das war dann auch der Freibrief zur Ehrlichkeit, so dass selbst ein Herr Schäuble im Oktober 2009 Fehler einräumen musste. Er bestätigte sogar, dass das Gesetz auch Mittel des Wahlkampfs war. Das hätte vorher natürlich niemand vermutet, bis zu diesem Zeitpunkt ging noch jeder davon aus, dass das Gesetz ausschließlich für den Wahlkampf entworfen wurde.</p>
<p>In den Koalitionsverhandlungen &#8211; nun war der Wahlkampf schließlich beendet, die Wahl gewonnen &#8211; beschlossen CDU und FDP dann auch konsequent, dass man das Gesetz nicht anwenden wolle. Auch Bundespräsident Köhler weigerte sich im November, das Gesetz zu unterzeichnen. Er wollte zunächst &#8220;ergänzende Informationen&#8221;.</p>
<p>Wenig später, Mitte Dezember wendete sich schließlich auch die SPD gegen das Gesetz, dass sie immerhin als stärkste Partei im Bundestag befürwortet hatte.</p>
<p>Endlich, so könnte man sagen, herrscht Einigkeit bei allen Parteien im Budestag. Keiner will das Gestz. Und was macht der Bundespräsident?</p>
<p><em>17. Februar 2010: Horst Köhler unterzeichnet das Gesetz.</em></p>
<p><strong>Ausblick</strong></p>
<p>Es muss sich trotzdem niemand sorgen, immerhin gibt es schon eine <a href="http://blog.odem.org/2010/02/19/Erlass-ZugErschwG.pdf">Dienstanweisung an das BKA</a>, dass das Gesetz nicht umgesetzt werden soll. Vielleicht sollte man sich aber auch gerade deshalb Sorgen machen, denn:</p>
<blockquote><p>&#8220;Eine Dienstanweisung an das BKA kann das Ministerium jederzeit rückgängig machen. Heimlich still und leise, ohne Aussprache im Bundestag, ohne Öffentlichkeit.&#8221; (<a href="http://blog.odem.org/2010/02/bmi-anweisung.html">ODEM.blog</a>)</p></blockquote>
<p>Willkommen in Deutschland.</p>
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