How to become an admin…
… in ten days?
Kurze Antwort: gar nicht.
Seit ein paar Monaten bin ich stolzer Besitzer eines Servers. Auf diesem laufen verschiedene Dienste, unter anderem ein WWW, E-Mail und FTP. Eingerichtet wird alles über die Kommandozeile, eine graphische Oberfläche existiert nicht.
Wie alles begann
In den ersten Tagen stand ich einem System gegenüber, mit dem ich auf diesem Weg noch nicht gearbeitet hatte. Ein entfernter Rechner, auf dem zunächst nur eine minmale Version von Debian installiert war. Mit verschiedenen Hilfsmitteln gelang es einfach, eine Version des Betriebssystems zu installieren, die schon alles beinhaltete. Der Nachteil: Ich hatte keine Ahnung, was da alles installiert war, wie man es richtig einrichten konnte und ob ich es überhaupt brauchte.
Der Nächste Schritt war also die Neuinstallation des Systems, diesmal wieder mit einer Minimalversion von Debian. Nach und nach installierte ich die benötigten Anwendungen, bis nach einigen Tagen mein Server in der Lage war, E-Mails zu empfangen, Internetseiten darzustellen und Dateien per ftp zu übertragen. Das alles ließ sich über eine einfache Web-Oberfläche bedienen. Doch dann kam Quassel.
Sind Sie sicher, dass Sie Ihr System zerstören möchten?
Da ich an verschiedenne Orten von verschiedenen Geräten aus im Internet surfe und auch über ICQ chatte, kam ich bisher nie in den Genuss einer vollständigen Historie. Einzelne Gesprächsfetzen waren auf verschiedenen Geräten verteilt. Meldet man sich auf einem Gerät an, wird man auf dem anderen automatisch abgemeldet. Meldet man sich wieder ab, so ist man offline. Offline funktioniert der Erhalt von Nachrichten allerdings nur unzuverlässig. Also suchte ich nach einer Alternative.
Quassel ist ein IRC-Client, bestehend aus einem Server und einem Client. Der Server baut die Verbindung zum IRC-Netz auf und beliebig viele Clients können sich am Server anmelden und diese Verbindung nutzen. Mit Bitlbee wird eien Verbindung zwischen Quassel und ICQ möglich, so dass dort dasselbe Prinzip angewendet werden kann.
Es war also naheliegend, den Quassel-Server und Bitlbee auf meinem Server zu installieren. Das Problem: In den den vordefinierten Paketquellen war Quassel nicht enthalten. So suchte ich nach einer anderen Quelle, fand sie, ergänzte die Paketquellen und installierte Quassel.
Während der Installation musste ich – wie das bei Linux üblich ist – bestätigen, dass einige weitere Pakete installiert oder aktualisiert werden. “Mach du mal, du wirst schon wissen, was du tust.”
Was für mich nicht ganz klar war: Die Frage nach der Aktualisierung eines Pakets war gleichzusetzen mit der Frage “Möchten Sie dieses Paket, welches bei Ihnen schon auf dem neuesten sicheren Stand ist, durch eine Version ersetzen, die sich zurzeit in der Entwicklung befindet, wodurch Probleme auftreten könnten, zukünftige Updates immer auf dieser unsicheren Version basieren und auch andere Pakete betroffen werden können?” oder eben “Sind Sie sicher, dass Sie Ihr System zerstören möchten?”.
Wenn man keine Ahnung hat…
Jetzt weiß ich nicht, ob mir die Gelben Seiten geholfen hätten, was allerdigns geholfen hat, war jemand, der sich mit Debian auskennt. Nach ein paar Stunden Arbeit war der Server neu aufgesetzt. Diesmal mit einem 64-Bit-System (ein weiterer Anfängerfehler…), einer vernünftigen Konfiguration – und Quassel.
Es gibt also noch viel zu lernen. Diese Erfahrung hat jedenfalls bewirkt, dass ich immer dann, wenn ich nicht weiß, was ich da eigentlich bestätigen soll, zuerst in Erfahrung bringe, welche Folgen es hat.